Digitales Marketing

Cookie-Banner und Consent Mode: Einrichtung und Datenverlust

So richten Sie einen Cookie-Banner ein, geben die Wahl der Besucher per Consent Mode an Google-Tags weiter und erfahren, wie stark die Messung sinkt.

rabbitclip-TeamVeröffentlicht: 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Cookie-Banner ist die Oberfläche, die einem Besucher mitteilt, welche Cookies und ähnlichen Technologien eine Website verwendet, und ihm eine Wahl ermöglicht. Consent Mode ist ein Signalsystem, das das Ergebnis dieser Wahl an Google-Tags weitergibt: Hat der Besucher die Speicherung für Analyse oder Werbung abgelehnt, verhalten sich die Tags entsprechend. Kurz gesagt: Der Banner stellt die Frage, und Consent Mode trägt die Antwort zu Ihren Messwerkzeugen. Das eine ohne das andere ist nur die halbe Arbeit.

Der häufigste Fehler in der Praxis besteht darin, den Banner als rein optisches Element zu bauen. Er erscheint auf dem Bildschirm, aber die Tags erfahren nie von der Wahl des Besuchers und feuern trotzdem. Auch das Gegenteil kommt vor: Banner und Signal sind korrekt eingerichtet, doch niemand hat den zu erwartenden Rückgang der Messwerte erklärt, sodass das Team den Einbruch in seinen Berichten als Fehler liest.

Dieser Beitrag behandelt die Praxis: wie Sie den Banner einrichten, wie Sie die Wahl an Ihre Messwerkzeuge weitergeben und was Sie in Ihren Zahlen erwarten sollten. Rechtliche Pflichten hängen davon ab, was Ihre Website tut und wo sie tätig ist; lassen Sie sich deshalb für Ihre eigene Situation von einer Juristin oder einem Juristen beraten.

Ein Banner tut drei Dinge. Er teilt dem Besucher mit, welche Arten von Cookies im Einsatz sind, er bietet die Wahl zwischen Akzeptieren und Ablehnen, und er speichert die Antwort als Nachweis. Der Banner selbst hält keine Cookies auf. Damit Cookies wirklich aufhören, müssen die Tags und Skripte der Website so verdrahtet sein, dass sie entsprechend der vom Banner erfassten Antwort laufen.

Diese Lücke wird bei der Einrichtung am häufigsten übersprungen. Auf einer Website mit Banner, auf der die Analyse- und Werbe-Tags weiterlaufen, nachdem der Besucher auf Ablehnen gedrückt hat, ist der Banner nichts als Dekoration. Das Erste, was Sie nach Abschluss der Einrichtung testen sollten, ist genau das: Was läuft, wenn ich ablehne?

Wie sollte der Banner gestaltet sein, und worauf ist zu achten?

Ein guter Banner ist kurz, klar und gewichtet die Optionen gleich. Die Schaltflächen zum Akzeptieren und Ablehnen sollten auf demselben ersten Bildschirm mit ähnlicher Auffälligkeit stehen; die Ablehnung mehrere Klicks tief zu verstecken führt den Besucher in die Irre und kann aus Compliance-Sicht riskant sein. Die Kategorien, etwa notwendig, Analyse, Werbung und Präferenzen, werden in einfacher Sprache erklärt.

Der Banner braucht außerdem einen Weg zurück. Besucher müssen ihre Wahl später ändern können, also lassen Sie im Footer einen dauerhaften Link zu den Cookie-Einstellungen stehen. Zur Verwaltung der Einwilligung können Sie eine fertige Consent-Management-Plattform einsetzen. Beurteilen Sie sie bei der Auswahl danach, ob sie mit dem Consent Mode von Google zusammenarbeitet, welche Sprachen sie unterstützt und ob sie die Entscheidungen protokolliert.

  • Schaltflächen zum Akzeptieren und Ablehnen auf demselben Bildschirm, mit ähnlicher Auffälligkeit
  • Kategorien in einfacher, verständlicher Sprache erklärt
  • Ein dauerhafter Link, um die Wahl später zu ändern
  • Zu jeder Entscheidung werden Nachweis und Datum gespeichert
  • Der Banner verdeckt auf dem Smartphone nicht den gesamten Inhalt

Wie wird die Wahl an die Messwerkzeuge weitergegeben?

Consent Mode arbeitet mit vier Hauptsignalen: ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization. Jedes steht für eine Art von Erlaubnis und nimmt den Wert granted oder denied an. In einer korrekten Einrichtung werden beim Laden der Seite Standardwerte für diese Signale gesetzt; trifft der Besucher seine Wahl, sendet der Banner einen Befehl, der die Werte aktualisiert.

Die Reihenfolge ist entscheidend. Der Standardwert muss gesetzt sein, bevor irgendein Tag läuft, sonst können sich Tags in den ersten Augenblicken so verhalten, als wäre die Erlaubnis erteilt. Verwenden Sie ein Tag-Management-Tool, stellen Sie sicher, dass das Tag, das das Standardsignal setzt, vor allen anderen feuert. Testen Sie die Einrichtung in den Entwicklerwerkzeugen des Browsers oder im Vorschaumodus des Tag-Managers, jeweils mit einem Szenario für Zustimmung und einem für Ablehnung.

Es gibt zwei Arbeitsweisen. Bei der einen werden Tags gar nicht geladen, bis die Erlaubnis vorliegt. Bei der anderen werden Tags geladen, senden aber ohne Erlaubnis nur begrenzte, anonyme Signale und verwenden dabei keine Cookies. Der zweite Ansatz kann weniger Lücken in der Messung hinterlassen; welcher zu Ihnen passt, sollten Sie gemeinsam mit rechtlicher Beratung entscheiden.

Mit welchem Messverlust sollten Sie rechnen?

Rechnen Sie mit gewissen Verlusten, doch wie hoch sie ausfallen, hängt von Ihrem Publikum, der Gestaltung des Banners und der Entscheidung der Besucher ab; eine allgemeine Zahl lässt sich deshalb ehrlicherweise nicht nennen. Das Verhalten von Besuchern, die ablehnen, lässt sich nicht direkt messen. Nach dem Start des Banners können Sitzungen, Conversions und der Werbung zugeordnete Zahlen in Ihren Berichten daher niedriger aussehen als im Zeitraum davor.

Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann Google mithilfe statistischer Modellierung einen Teil der Lücke füllen, die ablehnende Besucher hinterlassen; die Schwellenwerte und Bedingungen stehen in der Hilfedokumentation des Produkts und können sich mit der Zeit ändern. Die Modellierung verkleinert die Lücke, schließt sie aber nicht. Erklären Sie das dem Team frühzeitig: Zahlen nach dem Banner lassen sich nicht eins zu eins mit denen davor vergleichen.

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Der erste Fehler ist ein sichtbarer Banner, während die Tags unabhängig von der Einwilligung laufen. Der zweite ist, das Standardsignal zu spät zu setzen. Der dritte ist ein Banner, der nur auf der Startseite oder nur in einer Sprache erscheint; ein Besucher, der auf einer anderen Seite landet, sieht die Auswahl womöglich nie.

Der vierte Fehler ist, nach der Einrichtung nicht zu testen. Zustimmung, Ablehnung und Teilauswahl sollten jeweils einzeln ausprobiert und der Zeitpunkt, zu dem Cookies geschrieben werden, im Browser beobachtet werden. Der kostenlose Cookie- und Tracker-Check auf unserer Website kann ein Ausgangspunkt sein, um zu sehen, was Ihre Website im Ablehnungsszenario ausführt.

  • Ein Banner ist vorhanden, aber die Tags sind nicht an die Antwort gekoppelt
  • Das Standardsignal wird nach den Tags gesetzt
  • Der Banner erscheint nur auf einigen Seiten oder in einigen Sprachen
  • Ablehnung und Teilauswahl werden nicht getestet
  • Ein Rückgang der Messwerte wird als Fehler gelesen und falsch korrigiert

Verwendet Ihre Website nur Technologien, die für ihren Betrieb unbedingt erforderlich sind, also keine Analyse, keine Werbung und kein Tracking durch Dritte, kann ein Einwilligungsbanner ein unnötiges Hindernis sein. Welche Technologien als unbedingt erforderlich gelten, ist eine Rechtsfrage; lassen Sie sich für Ihre eigene Situation von einer Juristin oder einem Juristen beraten.

Consent Mode bringt Ihnen auf einer Website, die keine Google-Tags nutzt, nichts. Für eine kleine Website ohne Werbekonto und mit nur einfacher Analyse genügen eine fertige Einwilligungsplattform und eine schlichte Einrichtung; eine aufwendige Signalarchitektur wäre unverhältnismäßig. Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick darüber, was auf Ihrer Website tatsächlich läuft, und wählen Sie dann das Werkzeug.

Die Cookie-Einwilligung hat zwei Teile: einen Banner, der dem Besucher eine ehrliche Wahl lässt, und ein korrekt geordnetes Signal, das diese Wahl zu den Tags trägt. Das eigentliche Gewicht der Arbeit liegt darin, mit etwas Messverlust zu rechnen, dem Team das vorher zu erklären und die Einrichtung in jedem Szenario zu testen. Wenn Sie gemeinsam prüfen möchten, was heute auf Ihrer Website läuft, vereinbaren wir gern ein Kennenlerngespräch mit rabbitclip.

Häufige Fragen

Ersetzt Consent Mode einen Cookie-Banner?

Nein. Consent Mode ist kein Banner, sondern ein Signalsystem, das die Antwort des Banners an Google-Tags trägt. Sie brauchen weiterhin eine eigene Oberfläche, die dem Besucher eine Wahl bietet.

Werden gar keine Daten erhoben, wenn ein Besucher ablehnt?

Das hängt von der Einrichtung ab. Werden Tags gar nicht geladen, endet die Messung auf Cookie-Basis; beim anderen Ansatz können weiterhin begrenzte, anonyme Signale gesendet werden. Entscheiden Sie gemeinsam mit einer Juristin oder einem Juristen, was zu Ihnen passt.

Warum sind meine Zahlen nach dem Start des Einwilligungsbanners gesunken?

Ablehnende Besucher lassen sich nicht direkt messen, deshalb können Sitzungs- und Conversion-Zahlen niedriger aussehen. Das ist ein erwartetes Ergebnis und kein Fehler; vergleichen Sie ab dem Datum, an dem der Banner live ging.

Sollte ich eine fertige Einwilligungsplattform nutzen oder selbst bauen?

Für die meisten Unternehmen ist eine fertige Plattform sicherer, da Entscheidungsnachweise, Sprachoptionen und die Unterstützung von Consent Mode bereits eingebaut sind. Eine selbst gebaute Lösung ist nur bei einem ganz speziellen Bedarf sinnvoll.

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