Social-Media-Vorlagen: So bauen Sie ein Design-System auf
Ein Vorlagensystem für Social Media erlaubt einheitliches Gestalten ohne Neuanfang. Welche Vorlagen Sie brauchen und wie Sie sie aufbauen und pflegen.
rabbitclip-TeamVeröffentlicht: 6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Ein Vorlagensystem für Social Media ist ein kleines Set von Vorlagen, das vorab für die Beitragsarten vorbereitet wird, die eine Marke regelmäßig veröffentlicht, und das an ein gemeinsames Raster sowie gemeinsame Schrift- und Farbregeln gebunden ist. Ziel ist nicht, jeden Beitrag von null zu gestalten, und auch nicht, dass die Beiträge wie Kopien voneinander aussehen. Das System klärt wiederkehrende Entscheidungen (Schriftgröße, Rand, Logoposition) im Voraus und lässt der Gestalterin die Zeit für die Entscheidungen, die zu jedem einzelnen Beitrag gehören.
Dieser Beitrag erklärt nicht, wie man einen Redaktionskalender aufbaut; das ist ein eigenes Thema. Hier geht es darum, wie die visuelle Seite organisiert wird: Welche Vorlagen werden gebraucht, wie werden sie gebaut und wer pflegt sie? Denken Sie an einen Bodenbelaghersteller oder eine Spa-Gruppe: Produktfotos, Ankündigungen und Tipps entstehen laufend, und doch sieht jedes aus, als stamme es von einer anderen Hand.
Wie unterscheidet sich ein Vorlagensystem von einer einzelnen Vorlage?
Eine einzelne Vorlage ist die Kopie eines Entwurfs. Ein System besteht aus mehreren Vorlagen, die durch dieselben Regeln zusammengehalten werden: ein gemeinsames Raster, ein gemeinsames Schriftpaar, gemeinsame Farbanteile und eine gemeinsame Logoposition. Die Vorlagen sehen unterschiedlich aus und gehören doch erkennbar zu einer Marke.
Der Unterschied zeigt sich, wenn sich eine Beitragsart ändert. Eine Marke mit einer einzigen Vorlage beginnt für eine neue Art von vorn. Eine Marke mit einem System leitet die neue Vorlage in wenigen Stunden aus den gemeinsamen Regeln ab.
Welche Vorlagen braucht man?
Die Zahl der Vorlagen entspricht der Zahl der Beitragsarten, die die Marke veröffentlicht; mehr ist eine Last. Sortieren Sie zuerst die letzten Beiträge nach Art, und machen Sie dann aus den häufigsten Vorlagen. Für die meisten Marken genügen fünf oder sechs Vorlagen.
Halten Sie den Zweck jeder Vorlage schriftlich fest. Ist unklar, wann eine Vorlage zu verwenden ist, greift das Team immer zur einfachsten, und das System fällt zu einer einzigen Vorlage zusammen.
- Produkt- oder Leistungsbeitrag: das Foto führt, kurzer Text
- Ankündigung: Datum, Uhrzeit, Ort oder Aktionsdetails
- Tipp- oder Informationsbeitrag: kurze Überschrift, Inhalt Punkt für Punkt
- Zitat oder Kundenstimme: ein Satz, ruhiger Hintergrund
- Karussell: Titelfolie, Inhaltsfolie und Schlussfolie
- Story: Hochformat, Text im sicheren Bereich
Welche Schritte bauen ein Vorlagensystem auf?
Der Aufbau beginnt nicht damit, die Datei zu öffnen, sondern damit, die Regeln aufzuschreiben. Zuerst werden die gemeinsamen Regeln festgelegt: Rand, Schriftpaar, Größen für Überschrift und Fließtext, Farbanteile, Logoposition. Danach werden die Vorlagen nach diesen Regeln gezeichnet.
Vorlagen werden mit echtem Inhalt erprobt. Eine leere Vorlage sieht aufgeräumt aus, aber eine lange Überschrift oder eine dreizeilige Bildunterschrift kann das Layout sprengen. Deshalb wird jede Vorlage mit dem kürzesten und dem längsten Textbeispiel getestet; scheitert das Layout bei einem von beiden, wird die Vorlage korrigiert.
Der letzte Schritt ist die Übergabe der Vorlagen in dem Werkzeug, das das Team nutzt, bearbeitbar und mit gesperrten Bereichen. Logoposition und Farben bleiben gesperrt; Text- und Bildbereiche bleiben offen.
- Die letzten Beiträge nach Art sortieren und die häufigsten auswählen
- Gemeinsames Raster, Schriftpaar und Farbregeln aufschreiben
- Jede Vorlage mit dem kürzesten und dem längsten Text testen
- Logo- und Farbbereiche sperren, Text und Bild offen lassen
- In einem Satz festhalten, wann welche Vorlage verwendet wird
Was brauchen Karussell- und Story-Vorlagen?
Ein Karussell besteht aus mehreren Bildern, und jedes Bild wird sowohl einzeln als auch in der Abfolge gelesen. Deshalb werden Titel-, Inhalts- und Schlussbild getrennt gestaltet, während die gemeinsame Linie durch alle läuft. Das Titelbild hält den Leser an, der Inhalt trägt, das Schlussbild nennt den nächsten Schritt.
In Stories und Hochformat-Videos verdecken Oberflächenelemente den oberen und unteren Bereich. Text und Logo werden dort nicht platziert. Ist der sichere Bereich in der Vorlage klar markiert, muss das Team die Regel nicht jedes Mal im Kopf behalten.
Wie werden Vorlagen im Team verwaltet und aktualisiert?
Vorlagen brauchen eine verantwortliche Person. Sie hält die neueste Version an einem Ort, prüft, dass die vom Team genutzten Kopien nicht veraltet sind, und sammelt Änderungswünsche. Kursieren fünf Versionen derselben Vorlage, hat das System seine Aufgabe schon aufgegeben.
Vorlagen werden in festen Abständen überprüft. Welche werden oft genutzt, welche nie? Eine ungenutzte Vorlage wird entfernt oder neu gestaltet. Ändert sich der Auftritt der Marke, werden zuerst die Regeln aktualisiert und danach die Vorlagen.
Welche Fehler passieren beim Aufbau eines Vorlagensystems häufig?
Der erste Fehler ist, zu viele Vorlagen zu zeichnen. Zwanzig Vorlagen erschweren die Auswahl, und niemand erinnert sich, wofür jede da ist. Der zweite Fehler ist, Vorlagen nicht an gemeinsame Regeln zu binden; folgt jede ihrem eigenen Layout, gibt es kein System, nur einen Haufen Dateien.
Der dritte Fehler ist, jeden Bereich frei zu lassen. Sind Logo und Farben nicht gesperrt, summieren sich kleine Abweichungen, und innerhalb von Monaten zerfällt der Markenauftritt. Der vierte Fehler ist, eine Vorlage nur mit einem perfekten Beispieltext zu testen; echter Inhalt ist meist länger und unordentlicher.
- Mehr Vorlagen zeichnen als nötig
- Vorlagen nicht an ein gemeinsames Raster und gemeinsame Regeln binden
- Logo- und Farbbereiche nicht sperren
- Nur mit kurzem, ordentlichem Text testen
- Das Set ohne Verantwortlichen lassen, sodass sich Versionen vermehren
Wann ist ein Vorlagensystem überflüssig oder die falsche Wahl?
Für eine Marke, die einmal pro Woche oder seltener postet und bei der jeder Beitrag auf einem eigenen Foto beruht, kann ein ausgefeiltes System überflüssig sein. Eine oder zwei Grundvorlagen und eine kurze Notiz mit Regeln genügen.
Hat sich die Markenidentität noch nicht gesetzt, ist ein Vorlagensystem verfrüht; ändern sich Farbe, Schrift und Ton noch, veralten Vorlagen schnell. Klären Sie zuerst die Identität, bauen Sie danach das System. Auf Konten, bei denen jeder Beitrag ein künstlerisches Experiment ist, können strenge Vorlagen die Kreativität begrenzen; dort sollte das System flexibel bleiben.
Ein Vorlagensystem für Social Media ist eine Handvoll Vorlagen, die an gemeinsame Regeln gebunden sind: erst die Regeln aufschreiben, mit echtem Inhalt testen, dann das Set an einem Ort mit einem Verantwortlichen führen. Ziel ist nicht, das Design einzuschränken, sondern wiederkehrende Entscheidungen abzunehmen. Wenn Sie ein solches System für Ihre Marke aufbauen möchten, vereinbaren Sie gern ein Erstgespräch mit rabbitclip.
Häufige Fragen
Wie viele Vorlagen genügen?
So viele wie die Marke Beitragsarten veröffentlicht; für die meisten Marken genügen fünf oder sechs. Mehr erschwert die Auswahl und hinterlässt einen Haufen ungenutzter Vorlagen.
In welchem Werkzeug sollten wir Vorlagen bauen?
In dem Werkzeug, das Ihr Team tatsächlich nutzt. Entscheidend ist, dass Vorlagen bearbeitbar sind, Logo und Farben gesperrt bleiben und alle dieselbe aktuelle Version erreichen.
Sehen unsere Beiträge durch Vorlagen gleich aus?
Eine gemeinsame Linie schafft Wiedererkennung, keine Kopien. Unterschiedliche Vorlagen und wechselnde Fotos sorgen innerhalb derselben Regeln für Abwechslung.
Wie oft sollten wir Vorlagen aktualisieren?
Wenn sich der Markenauftritt ändert und bei Überprüfungen in festen Abständen. Eine Vorlage, die nie benutzt wird, wird entfernt oder neu gestaltet.
Worauf sollten wir bei Story-Vorlagen achten?
Oberflächenelemente verdecken den oberen und unteren Bereich, deshalb bleiben Text und Logo dort draußen. Den sicheren Bereich in der Vorlage klar zu markieren, verhindert den Fehler.
