Canonical-Tag und Duplicate Content: Wann er nötig ist
Ein Canonical-Tag sagt Suchmaschinen, welche URL die Hauptversion ist, wenn ähnliche Seiten existieren. Wann nötig, wie geschrieben, typische Fehler.
rabbitclip-TeamVeröffentlicht: 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Ein Canonical-Tag ist eine HTML-Zeile, die einer Suchmaschine mitteilt, welche Adresse die Hauptversion ist, wenn derselbe oder ein sehr ähnlicher Inhalt über mehr als eine URL erreichbar ist. Er steht im Kopfbereich der Seite und verweist auf die bevorzugte Adresse. Suchmaschinen behandeln ihn als starken Hinweis und nicht als Anweisung: Meist folgen sie ihm, treffen aber eine eigene Wahl, wenn andere Signale widersprechen. Seine Aufgabe ist es nicht, Rankings zu verdienen. Seine Aufgabe ist es, den Wert ähnlicher Seiten auf einer einzigen Adresse zu bündeln.
Duplicate Content wird oft im Zusammenhang mit Strafen beschrieben, doch die Wirklichkeit ist gewöhnlicher. Sieht eine Suchmaschine fünf Adressen für dieselbe Seite, wählt sie eine aus und drängt die übrigen in den Hintergrund. Das Problem beginnt, wenn die gewählte Adresse nicht die ist, die Sie wollten: Eine Parameterversion, eine sortierte Liste oder eine Druckansicht kann in den Ergebnissen landen.
Dieser Beitrag erklärt, wann ein Canonical-Tag wirklich nötig ist, wie er korrekt geschrieben wird und welche Fehler am häufigsten vorkommen. Meist setzt ein technisches Team ihn um, aber Sie müssen keinen Code lesen, um die Entscheidung zu treffen.
Wie entsteht Duplicate Content?
Duplicate Content entsteht meistens unbeabsichtigt. Dieselbe Produktseite kann über einen Kategoriepfad und über ihre direkte Adresse erreichbar sein. Die Website kann mit und ohne das Präfix www aufrufbar sein. Tracking-Parameter am Ende einer Adresse erzeugen eine weitere Kopie der Seite.
In Onlineshops zeigt sich das deutlicher. Farb-, Größen- und Sortieroptionen erzeugen jeweils eine neue Adresse, während der Hauptinhalt gleich bleibt. Denken Sie an die Katalogseite eines Bodenherstellers mit Filtern für Oberfläche und Format: Jede Kombination von Filtern wird zu einer eigenen Adresse.
Inhalte, die auf anderen Websites veröffentlicht werden, verursachen dasselbe Problem. Veröffentlichen Sie einen Artikel sowohl auf der Seite eines Partners als auch auf Ihrer eigenen, muss die Suchmaschine entscheiden, welcher das Original ist. Genau aus diesem Grund lässt sich ein Canonical-Tag auch websiteübergreifend einsetzen.
Was bewirkt ein Canonical-Tag und wie wird er geschrieben?
Der Tag steht im Head-Bereich der Seite und nennt die Hauptadresse vollständig, einschließlich Protokoll und Domain. Eine relative Adresse erhöht das Fehlerrisiko, eine vollständige Adresse ist immer sicherer. Eine Seite sollte nur einen einzigen Canonical-Tag tragen.
Auch die Hauptseite sollte auf sich selbst verweisen. Das nennt man selbstreferenzierenden Canonical, und er legt in jeder Situation fest, welche Adresse bevorzugt wird. Selbst wenn eine Kopie mit Parametern aufgerufen wird, zeigt der Tag auf die Adresse ohne diese.
- Die vollständige Adresse schreiben: Protokoll, Domain und Pfad zusammen
- Auf jeder Seite nur einen Canonical-Tag verwenden
- Auch die Hauptseite auf sich selbst verweisen lassen
- Sicherstellen, dass die Zieladresse des Tags funktioniert und nicht weiterleitet
Wann ist ein Canonical-Tag wirklich nötig?
Der erste Fall sind Seiten, bei denen sich derselbe Inhalt durch Parameter vervielfacht: Tracking-Codes, Sortier- und Filteroptionen. Verweisen alle diese Adressen auf eine Hauptseite, wird der Wert nicht verstreut. Der zweite Fall sind Seiten, die über mehr als einen Weg erreichbar sind.
Der dritte Fall ist Inhalt, der auf einer anderen Website veröffentlicht wird. Wenn Sie einem Partner einen Artikel überlassen, ist es eine vernünftige Bitte, auf seiner Kopie einen Canonical-Tag zu verlangen, der auf Ihre Adresse zeigt. Nicht immer wird er zustimmen, aber das Nachfragen schadet nicht.
Der vierte Fall liegt vor, wenn derselbe Inhalt unter einer getrennten Adresse ausgeliefert wird, etwa als Druckversion oder als mobile Kopie. Diese Fälle sind heute seltener, aber ältere Systeme erzeugen sie noch.
Welche Fehler passieren häufig mit Canonical-Tags?
Der häufigste Fehler ist, jede Seite auf die Startseite zeigen zu lassen. Das teilt einer Suchmaschine mit, dass alle Ihre Seiten in Wirklichkeit die Startseite sind, und der Hinweis wird meist ignoriert. Der zweite Fehler ist eine kanonische Adresse, die weiterleitet oder nicht gefunden werden kann.
Der dritte ist, Canonical im Widerspruch zu anderen Signalen zu verwenden. Trägt eine Seite eine noindex-Anweisung und nennt zugleich eine andere Seite als Hauptversion, kann die Suchmaschine nicht erkennen, was Sie wollen.
- Jede Seite auf die Startseite verweisen lassen
- Eine weitergeleitete oder gelöschte Adresse als Hauptversion nennen
- noindex und Canonical auf derselben Seite kombinieren
- Jede Seite einer Seitenfolge auf die erste Seite verweisen lassen
- Den Tag im Body platzieren oder mehr als einen schreiben
Wie wählt man zwischen Canonical, Weiterleitung und noindex?
Die drei erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Eine dauerhafte Weiterleitung entfernt die alte Adresse vollständig, und sowohl Besucher als auch Suchmaschinen gelangen zur neuen. Ein Canonical lässt beide Adressen offen und nennt nur eine Präferenz. Wenn Nutzer die alte Adresse weiterhin erreichen müssen, verwenden Sie einen Canonical; wenn nicht, ist eine Weiterleitung die sauberere Wahl.
Noindex entfernt eine Seite ganz aus den Suchergebnissen. Wenn eine Seite nie in der Suche erscheinen soll, verwenden Sie noindex. Wenn die beste Version desselben Inhalts erscheinen soll, verwenden Sie einen Canonical. Mischen Sie die beiden nicht auf einer Seite.
Fragen Sie sich bei der Entscheidung, ob die Adresse von Nutzern gebraucht wird. Wenn nicht, leiten Sie sie weiter. Wenn sie gebraucht wird, Sie aber nicht möchten, dass sie in der Suche konkurriert, ergänzen Sie einen Canonical.
Wann ist ein Canonical-Tag überflüssig oder die falsche Wahl?
Seiten, die wirklich verschieden sind, per Canonical zusammenführen zu wollen, ist ein Fehler. Verweisen zwei eigenständige Produktseiten aufeinander, behandelt die Suchmaschine sie nicht als gleich, ignoriert den Hinweis, und die zweite Seite kann aus der Suche fallen.
Eine kleine, aufgeräumte Website, auf der jede Seite über genau eine Adresse erreichbar ist, braucht keine aufwendige Canonical-Struktur. Ein einfacher selbstreferenzierender Tag genügt. Die Tags Ihrer eigenen Seiten können Sie mit unserem On-Page-SEO-Audit-Tool schnell prüfen.
Ein Canonical-Tag ist ein Hinweis, der mehrere Adressen desselben Inhalts auf einer Hauptseite bündelt, und er sollte nicht mit einer Weiterleitung oder noindex verwechselt werden. Beginnen Sie damit, herauszufinden, welche Seiten Ihrer Website sich durch Parameter oder alternative Pfade vervielfachen, und entscheiden Sie dann für jede zwischen Weiterleitung, Canonical und noindex. Wenn Sie diesen Teil Ihrer Website gemeinsam prüfen möchten, können Sie gern ein Kennenlerngespräch mit rabbitclip vereinbaren.
Häufige Fragen
Ist ein Canonical-Tag eine Anweisung?
Nein, er ist ein starker Hinweis für Suchmaschinen. Meist wird er befolgt, doch wenn andere Signale widersprechen, kann die Suchmaschine eine andere Adresse wählen.
Braucht jede Seite einen selbstreferenzierenden Canonical?
Das ist die empfohlene Praxis. Ein Selbstverweis hält die bevorzugte Adresse eindeutig, auch wenn Kopien mit Parametern aufgerufen werden.
Wird man für Duplicate Content bestraft?
Bei gewöhnlicher, unbeabsichtigter Duplizierung besteht das übliche Problem darin, dass die falsche Adresse gewählt wird, nicht in einer Strafe. Inhalte von anderen zu kopieren, um zu ranken, ist eine andere Sache.
Sollte ich einen Canonical oder eine Weiterleitung verwenden?
Verwenden Sie eine dauerhafte Weiterleitung, wenn niemand die alte Adresse mehr erreichen soll. Bleibt die Adresse offen und möchten Sie nur eine Präferenz nennen, genügt ein Canonical.
