Mehrsprachige Website: Hreflang, lokale Slugs, Übersetzung
Wie Hreflang, übersetzte URLs und ein laufender Übersetzungsprozess zusammenwirken, damit eine mehrsprachige Website in beiden Märkten überzeugt.
rabbitclip-TeamVeröffentlicht: 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Hreflang ist ein HTML-Tag, das Suchmaschinen mitteilt, für welche Sprache und Region eine Seite bestimmt ist; fehlt es oder ist es falsch gesetzt, kann Google verschiedene Sprachversionen desselben Inhalts für Duplikate halten und eine Seite in der falschen Sprache dem falschen Land zeigen. Eine mehrsprachige Website aufzubauen bedeutet nicht nur, Text zu übersetzen; es bedeutet, URL-Struktur, Hreflang-Tags und den laufenden Übersetzungsprozess gemeinsam zu planen.
Für eine Agentur, die zwischen Istanbul und London arbeitet, ist das kein abstrakter Punkt: Die Website eines Herstellers mit einer türkischen und einer englischen Version kann ohne Hreflang einem Käufer in London die türkische Seite und einem Kunden in Istanbul die englische Seite zeigen.
Dieser Beitrag erklärt, was Hreflang leistet, wie die URL-Struktur aufgebaut werden sollte und wie sich der Übersetzungsprozess organisieren lässt.
Was Hreflang tatsächlich tut
Hreflang ist ein Tag im Quellcode einer Seite, das angibt, für welche Sprache und optional welche Region diese Seite bestimmt ist, und das wechselseitig auf die anderen Sprachversionen desselben Inhalts verweist.
Sieht Google, dass die türkische Version auf die englische verweist und die englische zurück auf die türkische, erkennt es, dass beide unterschiedliche Sprachversionen desselben Inhalts sind, kein doppelter Inhalt.
Fehlt dieses Tag oder wirkt es nur einseitig (nur die türkische Seite verweist auf die englische, nicht umgekehrt), entsteht bei Google Verwirrung; die falsche Sprachversion kann dem falschen Besucher gezeigt werden, oder beide Seiten werden wie Kopien voneinander behandelt.
Wie die URL-Struktur aufgebaut sein sollte
Für eine mehrsprachige Website gibt es drei gängige Strukturen: separate Domains (seite.com.tr, seite.co.uk), Subdomains (tr.seite.com, en.seite.com) oder Unterordner (seite.com/tr/, seite.com/en/). Laut Googles eigener Anleitung funktionieren alle drei technisch; die Wahl hängt von der Marken- und Marketingpräferenz des Unternehmens ab.
Ein Unterordner-Aufbau ist meist die wartungsärmste Option, weil sich die gesamte Sprachautorität unter einer Domain bündelt. Separate Domains eignen sich, wenn pro Markt ein eigener Markenauftritt gewünscht ist, verlangen aber, dass jede Domain ihre SEO-Autorität separat aufbaut.
Liegt die englische Website einer Spa-Kette auf einer separaten Domain, während die türkische im Unterordner steckt, entsteht durch diese uneinheitliche Struktur Verwirrung für Suchmaschinen; das Modell sollte zu Projektbeginn auf eine einzige Struktur festgelegt werden.
Bei dieser Entscheidung lohnt es sich auch zu bedenken, ob später eine dritte Sprache hinzukommen könnte; eine nur für zwei Sprachen gebaute Struktur muss unter Umständen komplett umgebaut werden, sobald eine dritte dazukommt.
Was ein lokaler Slug bedeutet und warum er zählt
Ein lokaler Slug bedeutet, dass auch die Wörter in der URL einer Seite in die jeweilige Sprache übersetzt werden; die englische Version der Seite 'Leistungen' sollte etwa unter '/services' liegen, nicht unter dem türkischen '/hizmetlerimiz'.
Bleibt die URL unübersetzt, schwächt das sowohl die Nutzererfahrung als auch die SEO; sieht ein britischer Besucher ein türkisches Wort in der Adresszeile, entsteht der Eindruck, die Seite sei nicht für ihn gemacht.
Der Aufbau lokaler Slugs bringt einen zusätzlichen Schritt in den Übersetzungsprozess: Nicht nur der Seitentext, sondern auch URL, Seitentitel und Meta-Beschreibung müssen für jede Sprache eigens durchdacht werden.
Wie der Übersetzungs-Aktualisierungsprozess aufgebaut wird
Das häufigste Problem einer mehrsprachigen Website ist, dass die Ausgangssprache (meist Türkisch) aktualisiert wird, während die andere Sprache (Englisch) zurückbleibt. Ändert sich ein Produktpreis oder eine Leistungsbeschreibung auf Türkisch und bleibt auf Englisch veraltet, liest ein britischer Kunde falsche Informationen.
Die Lösung dafür ist prozessual, nicht technisch: eine Checkliste, die bei jeder Inhaltsänderung an die andere Sprache erinnert, oder das mehrsprachige Inhaltsmodul eines Headless CMS erfüllen beide diesen Zweck.
- Jede Inhaltsaktualisierung löst eine feste Prüfung der anderen Sprache aus
- Übersetzung folgt dem Kontext statt Wort für Wort; eine wörtliche Übersetzung kann seltsam klingen
- Lokale Besonderheiten (Zahlungsmethode, rechtlicher Verweis) werden an den Zielmarkt angepasst statt wörtlich übersetzt
Welches Unternehmen wirklich eine mehrsprachige Website braucht
Eine mehrsprachige Website lohnt sich für ein Unternehmen, das Kunden in mehreren Ländern bedient, Anfragen aus dem Ausland erhält oder mit Partnern im Ausland arbeitet. Für ein Unternehmen, das nur den lokalen Markt bedient, ist eine zweite Sprache meist unnötiger Pflegeaufwand.
Die entscheidende Frage lautet: Gibt es echte Nachfrage aus dem Ausland, oder soll die zweite Sprache nur 'professioneller wirken'? Im ersten Fall zahlt sich die Investition aus, im zweiten wird die laufende Pflege zur Last.
Warum Übersetzungsqualität nicht nur eine Grammatikfrage ist
Eine gute Übersetzung geht über grammatikalische Richtigkeit hinaus; sie muss nah an der Alltagssprache der Zielleser liegen. Ein Satz, der auf Türkisch natürlich klingt, kann wörtlich ins Englische übersetzt steif oder seltsam wirken; das ist ein Problem des Übersetzungsansatzes, kein Fehler der Übersetzerin.
Der türkische Ausdruck für Großbestellung eines Arbeitskleidungsherstellers übersetzt sich direkt als 'wholesale order', doch ein im britischen Markt gebräuchlicherer Begriff wie 'bulk order' oder 'trade account' daneben trifft das tatsächliche Suchverhalten besser.
Deshalb braucht der Übersetzungsprozess jemanden, der den Zielmarkt kennt, nicht nur eine Übersetzerin; beide Rollen müssen nicht in derselben Person liegen, aber eine sollte die Arbeit der anderen prüfen.
Werden solche kleinen Anpassungen einmal zu Beginn durchdacht und in einem Stilleitfaden festgehalten, muss man sie für jede weitere neue Seite nicht erneut diskutieren.
Eine mehrsprachige Website, aufgebaut mit korrektem Hreflang, übersetzten URLs und einem laufenden Übersetzungsprozess, wirkt in beiden Märkten vertrauenswürdig; unvollständig aufgebaut, verwirrt sie sowohl Suchmaschine als auch Besucher. In einem Erstgespräch mit rabbitclip wird die bestehende mehrsprachige Struktur, sofern vorhanden, gemeinsam durchgesehen. Steht die Struktur erst einmal richtig, braucht neuer Inhalt nur noch Übersetzungsaufwand, keinen technischen Neuaufbau.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn Hreflang fehlt?
Google kann die falsche Sprachversion dem falschen Besucher zeigen oder beide Sprachversionen als doppelten Inhalt behandeln.
Sind Unterordner besser als separate Domains?
Beides funktioniert technisch; Unterordner brauchen meist weniger Pflege, separate Domains passen, wenn ein eigener Markenauftritt pro Markt gewünscht ist.
Sollten URLs in jeder Sprache übersetzt werden?
Ja, übersetzte Slugs stärken sowohl das Vertrauen der Besucher als auch die SEO.
Wie oft sollten Übersetzungen aktualisiert werden?
Idealerweise bei jeder Änderung des Ausgangssprachinhalts; das ist ein laufender Prozess, keine einmalige Aufgabe.
Reichen automatische Übersetzungswerkzeuge wie Google Translate?
Nein, automatische Übersetzung liefert einen schnellen Ausgangspunkt, erfasst aber weder Kontext noch lokales Suchverhalten; zumindest eine Durchsicht durch eine Person sollte erfolgen.
